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Spencer Davis Group – Keep On Running

Aus Deutschlehrer wird Showgröße – die Rede ist dieses Mal weder von Thomas Gottschalk noch von Deutschrocker Heinz-Rudolf Kunze, sondern lange vor ihnen von Spencer Davis. Und wie das in U.K. nun mal so ist – natürlich beginnt diese Geschichte in einem Pub, genauer: im Golden Eagle in Birmingham. Dort trifft Spencer 1963 mit Pete York einen Schlagzeuger, der klingt, als ob gleich zwei Männer die Stöcke schwingen. Beim Treffen ebenfalls dabei: der 18 jährige Muff Winwood, im Schlepptau seinen schlappe 13 Jahre alten Bruder Steve. Aber der kann Gitarre spielen – so gut, dass er ein vier Jahre später selbst die legendäre Band „Traffic“ gründet und noch ein bisschen später bei „Blind Faith“ mit Ginger Baker und Eric Clapton zusammen spielt. Doch das ahnt damals, bei jenem Treffen im Golden Eagle Pub, niemand. Hier wird erst einmal die Spencer Davis Group geboren. Und damit die Band, die drei Jahre später die Beatles von Platz eins der UK-Charts verdrängen kann – ein knappes Jahr, bevor es Supergitarrist Steve Winwood zu neuen Ufer zieht.

„Jeder lacht über mich, jeder redet über mich, was mich traurig macht,“

heißt es in „Keep On Running“. Aber trotz der resignativen Stimmung stirbt die Hoffnung bekanntlich zuletzt – auch in diesem Song: Denn im Refrain heißt es:

„Lauf ruhig weg. Eines Tages aber werde ich dafür sorgen, dass du mein bist.“

Frage an Spencer Davis: Klingt nach Love-Song. Aber ist hier auch eine auch religiöse Ebene im Spiel? Der runzelt kurz die Stirn und gibt dann, obwohl er nach wie vor fließend Deutsch spricht, lieber eine schlitzohrige Antwort – in seiner Muttersprache:

(O-Ton Spencer Davis in Übersetzung:)
„Wir haben nie bewusst religiöse oder spirituelle Aussagen in unsere Songs packen wollen. Aber wenn die Songs jemandem solche Gefühle vermitteln, dann ist das doch prima. Denn das hebt die Leute doch aus ihrem normalen, langweiligen Leben raus, wenn du weißt, was ich meine. Ob also beabsichtigt oder unbeabsichtigt – wenn Leute in unseren Songs eine religiöse oder spirituelle Botschaft finden – das ist doch gut für sie!“

Gott entdeckt Spencer Davis nach eigenen Aussagen immer wieder in der Natur – vielleicht, weil sich darin die Größe Gottes ablesen lässt. – 70 Jahre alt wird dieses Sütck lebende Rockgeschichte im Juli – und erlaubt sich auf seiner letzten CD „So Far“ einen Lebensrückblick, natürlich einschließlich einer ehrfürchtigen Verneigung vor seiner Heimat Wales: Über den Mumbles Train singt er, einer walisischen Eisenbahn, der weltweit ersten, die fahrplanmäßig Personen beförderte; über seine Mutter, seinen Onkel Hermann und dessen Mandoline, über seine große Liebe in Berlin und natürlich über den Golden Eagle, wo die Geschichte der Spencer Davis Group begann. Und wenn Spencer Davis heute auf der Bühne steht, dann darf ein Song natürlich nicht fehlen: Der Song, der sinnbildlich sagt: „Mach weiter, am Ende wird alles gut!“ Und das ist der legendäre Superhit der Spencer Davis Group: Keep On Running.

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