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Palmer, Robert – Johnny And Mary

Im Januar wäre er 60 Jahre alt geworden – erlebt hat Robert Palmer das nicht mehr. Denn vor knapp fünf Jahren erlag der Musiker in Paris einem Herzinfarkt.

Wäre Mitte der 60er Jahre das Wort „Workaholic“ schon erfunden worden, Robert Palmer hätte es vermutlich wie einen Orden stolz auf seiner Brust getragen. Schon als Student an einer Kunstakademie verdiente er sich als Grafiker das Geld für sein tägliches Porridge und seine Ham & Eggs. Gleichzeitig spielte er in verschiedenen Bands, bis er endlich als 19jähriger ein erstes festes Engagement als Musiker bekam. Danach spielte Palmer in verschiedenen Formationen, bis er 1974 eine Solokarriere startete. Doch die ersten beiden LPs fanden nur wenig Begeisterung, trotz der spannenden Mischung von weißem Soul und Rhythm and Blues. Erst als Palmer auf seinem dritten Album ein paar Reggae-Anklänge in seine Songs integrierte, stellte sich mit „Best of Both Worlds“ Erfolge ein. Doch der Mann war zeitlebens ein Chamäleon und wechselte sofort wieder die Musikstile: Mit Anklängen an Rock und New Wave hatte er Ende der 70er Jahre seine größten Erfolge. „Bad Case of Loving You“, „What´s it take“, „Looking for Clues“ und „Johnny and Mary“ finden sich auf etlichen Oldie-Sammlungen. Seinen größten Erfolg allerdings feierte Palmer in den USA mit dem Nr. 1-Hit „Addicted To Love“ 1986, während er bei uns vier Jahre später mit einem Bob Dylan-Titel die meisten Fans für sich verbuchen konnte: „I´ll Be Your Baby Tonight“, eingespielt mit der Formation UB40, hatte wiederum einen starken Reggae-Einschlag.
Zwischendurch bewies Palmer immer wieder, dass er auch engagierte Songs schreiben konnte. In „Johnny and Mary“ steht ein Pärchen im Mittelpunkt, das aneinander vorbei lebt. Er besessen von der naiven Vorstellung, der Welt seine wahre Größe zu zeigen, sie ein biederes, eitles, aber scheinbar energieloses Wesen. Aber irgendwo in der Trostlosigkeit des gemeinsamen Alltags leuchtet ein Funken Hoffnung, dass die beiden ihren Weg gehen und das Leben g e m e i n s a m meistern. Einer für den Anderen das ein, füreinander eintreten – Johnny and Mary ist ein Paradebeispiel für ein gutes Miteinander. Ein Song aus Robert Palmers Album Clues von 1980.

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