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Chapman, Roger – Shadow On The Wall

„Behandele mich wie einen Gefangenen, behandele mich wie einen Narren.
Behandele mich wie einen Verlierer, benutze mich wie ein Hilfsmittel!“

Für „Shadow on the Wall“ konnte sich Multiinstrumentalist Mike Oldfield keinen besseren Sänger suchen als die Rockröhre Roger Chapman. Der quält sich, keucht und schreit sich jeden einzelnen Satz aus der Seele. Warum um alles in der Welt will dieser Mensch so gedemütigt, geknechtet und erniedrigt werden? Chapman ist kein Masochist. Was steckt dahinter? Und was hat es mit dem Schatten an der Wand auf sich? Immer und immer wieder singt Chapman davon. Weit über dreißigmal, immer gleich, stereotyp, flehentlich! Und immer wieder die Aufforderung zu neuer Knechtschaft:

„Sieh mich an bis ich hungrig bin, jage mich in die Kälte,
Behandele mich wie das Böse, friere mich ein, bis ich durchgefroren bin,
schlag mich, bis ich schwachsinnig werde, schlage mich, bis ich falle!“

„Shadow on the wall“ – beim genauen Hinhören wird daraus gelegentlich ein „Like a shadow on the wall.“

„Behandele mich wie einen Kriminellen, w i e einen Schatten an der Wand.“

Der Sänger bescheribt sich nicht mehr als Mensch, sondern nur noch Rest davon, eben als Schatten. Den Schatten aber interpretieren Philosophen als negative, sozial unerwünschte Züge einer Persönlichkeit. Eigenschaften, die fast jeder Mensch am liebsten unterdrückt. Lassen wir sie aber nach außen, dann schaden sie uns selbst und vor allem anderen Menschen. Behandle mich wie einen Schatten – wenn Roger Chapman das singt, dann sagt er damit gleichzeitig: Ich habe schwere Fehler gemacht, ich bin eigentlich nicht mehr wert, Mensch genannt zu werden. Deshalb mach mit mir, was du willst. Was auch immer das ist – es ist die gerechte Bestrafung.
Was er nicht singt, aber zwischen den Zeilen dennoch zum Ausdruck bringt: die Hoffnung, dass der Angesprochene ganz anders reagiert. Statt ihn zu erniedrigen nämlich sagt: Ich verzeihe dir. Egal, was auch gewesen ist.
Ein Song voller tiefer Philosophie – das ist Roger Chapmans „Shadow On The Wall“.

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