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Jagger, Mick & Richards, Keith aka Nanker / Phelge aka Glimmer Twins, The

Pseudonym oder Geburtsname – was passt besser? Beispiel: Jagger, Mick & Richards, Keith aka Nanker / Phelge aka Glimmer Twins, The

The Glimmer Twins

Eingefleischte Fans staunten nicht schlecht: Da hatten die Rolling Stones doch tatsächlich für ihr 1974er Album „It’s Only Rock ’n’ Roll“ zwei völlig Unbekannte als Produzenten verpflichtet: „The Glimmer Twins“ findet sich bis heute als Angabe zu den Produzenten. Was anfangs nur wenige wussten: „The Glimmer Twins“ war ein Pseudonym, hinter dem sich niemand anderes verbarg als Mick Jagger und Keith Richards. Ursprünglich hatten die beiden dieses Pseudonym nutzen wollen, um als Produzenten für andere Künstler in Erscheinung zu treten. Aber warum auch immer: Jetzt produzierten sie unter diesem Namen eben auch einen Rolling Stones-Longplayer. Und zwar unter anderem (zum Teil mit Co-Produzenten) „Black and Blue“ (1976), „Love You Live“(1977), „Some Girls“ (1978), Emotional Rescue“ (1980), „Tattoo You“ (1981), „Still Life“ (1982), „Undercover“ (1983), „Dirty Work“ (1986), „Steel Wheels“ (1989), „Flashpoint“ (1991), „Voodoo Lounge“ (1994), „Stripped“ (1995), „Bridges To Babylon“ (1997), „A Bigger Bang“ (2005) und „Shine A Light“ (2008).
Das großartige Album „Bush Doctor“ von Peter Tosh, bei dem Mick Jagger und Keith Richards zum Teil mitwirken, nennt natürlich als Produzenten „The Glimmer Twins“. Denn für Produktionen anderer Künstler war ja es ja eigentlich erfunden worden.
In Vinylform kursieren bis heute mindestens sieben verschiedene Live-Bootlegs von den Rolling Stones, bei denen die Interpreten als „The Glimmer Twins“ angegeben sind.

Nanker / Phelge

An dieser Stelle etwas über Sir Mick und Keith schreiben zu wollen, was nicht allseits bekannt ist, käme dem unbefriedigenden Versuch gleich, Kohlen nach Newcastle zu transportieren. Oder, wer es lieber altphilologisch möchte, Eulen nach Athen zu tragen. Werfen wir stattdessen einen Blick auf Nanker / Phelge. Im Grunde handelt es sich hier um eine Antwort auf das legendäre Komponistenpaar Lennon / McCartney. Songwriting-Partnerschaften gibt es eine Menge. Bei Carole King und (ihrem Mann/Ex-Mann) Gerry Goffin sowie Andrew Lloyd Webber und Tim Rice gab es ebenso wie bei Elton John und Bernie Taupin eine klare Aufgabentrennung: Der jeweils Erstgenannte war Komponist und Musiker, der Zweitgenannte lieferte die Texte. Bei Björn Ulvaeus und Benny Andersson von ABBA, Lennon / McCartney von den Beatles und bei Nanker / Phelge sind beide Personen (mehr oder weniger) gleichberechtigt Schaffende. Wobei es bei Nanker / Phelge ein winziges Problem gibt: Im Gegensatz zu allen anderen benannten Personen handelt es sich einmal mehr um ein Pseudonym für… und genau da wird es schwierig. Jimmy Phelge ist ein ehemaliger Mitbewohner genau der WG, in der auch

Mick Jagger, Brian Jones und Keith Richards eine Zeitlang zusammenwohnten. Bemüht man Fremdsprachenlexika, helfen die beim Begriff „Nanker“ kein Stück weiter. In Wahrheit handelt es sich um ein Phantasiewort für eine ganz bestimmte Grimasse, die Brian Jones zu schneiden pflegte. Etwa so, als ob jemand über einen bestimmten Gesichtsausdruck sagt: „Schau mal da, jetzt macht er wieder den Nanker!
mal Jagger / Richards, mal die ganze Band: Nanker / Phelge

Nanker /Phelge wird, ohne dass Jimmy Phelge sonst irgendetwas damit zu tun hatte, von Brian Jones als Pseudonym erfunden. Zwischen 1963 und 1965 findet es gelegentlich Verwendung, meistens für Jagger / Richards, gelegentlich aber auch für die gesamte Band in ihrer frühen Besetzung, also Mick Jagger, Keith Richards, Brian Jones, Bill Wyman, und Charlie Watts und, obwohl bereits 1963 von Manager Andrew Loog Oldham aus der Band geworfen, Ian Stewart. (Ian wurde zwar als Rolling Stone entlassen, blieb aber als Roadmanager und Tourpianist bis zu seinem überraschenden Tod im Jahr 1985 im Dunstkreis der Band.)

Auf „Got Live If You Want It“, einer LP mit Auftritten von drei unterschiedlichen Venues sowie Studiotakes, wird zwar als Produzent Andrew Loog Oldham angegeben, die Bo Diddley-Nummer „I’m All Right“ wurde aber von der gesamten Band unter dem Pseudonym Nanker / Phelge produziert.
Zu den Songs, bei denen mit dem Doppel-Pseudonym Jagger und Richards gemeint sind, gehören frühe Titel wie „Stoned“ (1963), „Stewed and Keefed (Brian’s Blues), „2120 South Michigan Avenue“ und Empty Heart (alle 1964), „Play With Fire“ und „The Under Assistant West Coast Promotion Man“ (beide 1965). „Little By Little“ (1964) vergibt die Credits an Phelge & Spector, „Now I’ve Got a Witness“ (1964) ausschließlich an Phelge.

The Greatest Group On Earth

Ein weiteres Pseudonym der Rolling Stones ist „The Greatest Group On Earth“. Unter demselben Namen gibt es das Stones-Album „Live R That You’ll Ever Be“, ein Konzertmitschnitt aus der Oakland Coliseum Arena in Oakland, Kalifornien von 1969. Dasselbe Album existiert auch unter dem Bandnamen „The Greatest Group On Earth“.
Ebenfalls von „The Greatest Group On Earth“ gibt es ein Album mit völlig anderen Titeln, aber unter demselben Namen. Kuriosum am Rande: Wieder dasselbe Album gibt es auch unter dem Titel „Memphis Tennessee“, bei dem witzigerweise Track 3 mit „Meet Me In The Bottom“ aufgelistet ist, wobei es sich tatsächlich um den Song „Fat Old Man“ handelt. Außerdem sind einige Versionen dieses „Memphis Tennessee“-Albums in einer zu hohen Geschwindigkeit gepresst.

Ebenfalls mit dem Interpreten-Pseudonym „The Greatest Group On Earth“ gibt es die Live-Alben „Bring It Back Alive“ von 1976 sowie „Out On Bail“ von der US-Tour 1978.

The Moaning Groans, The Little Wonders

Letztgenanntes Album existiert auch mit der Interpretenangabe „The Moaning Groans“, heißt dann aber „Jumping Their Bail“.

Verschiedene Promo-Ausgaben für das Rolling Stones-Album „A Bigger Bang“ von 2005 wurden unter dem Pseudonym „The Little Wonders“ veröffentlicht.

So, jetzt reicht’s erst mal. Egal unter welchem Namen: Die Rolling Stones sind die Rolling Stones. Und bleiben es hoffentlich noch recht lange.

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