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Kreative Weiterarbeit mit Rock- und Popsongs

Natürlich sollten Sie nach dem Einsatz eines Songs erst einmal über den Song reden (vgl. Zehn mögliche Schritte zum Einsatz von Songs.) Danach aber gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, mit dem Song bzw. seinem Inhalt weiter zu arbeiten. Hier einige Möglichkeiten:

  • Vergleich Der von Ihnen eingesetzte Song ist garantiert nicht die einzige Quelle, die sich mit dem dargestellten Sachverhalt beschäftigt. Vergleichen Sie den von Ihnen ausgewählten Song mit einem passenden Zeitungsausschnitt, einem (kurzen?) Sachtext, einer Bibelpassage oder einer sonstigen Quelle. Lassen Sie Ihre Schülerinnen und Schüler bzw. die Mitglieder Ihrer Arbeitsgruppe nach den passenden Texten suchen. Das bringt Vielfalt, Spaß und ein hohes Maß an Identifikation mit dem, was folgt. Ein Beispiel: Wie verhält sich der Song(text) von Hiss, „Friedhofspolka“, zu Goethes „Totentanz“?
  • Fortsetzung Songtexte sind in der Regel Momentaufnahmen, die einen Haupterzählstrang haben, aber „die vielen Blumen am Wegesrand“ gar nicht wahrnehmen. Suchen Sie nach eventuellen Anknüpfungspunkten, aus denen sich je „eine andere Seite des Songs“ beschreiben und darstellen lässt. Keine Angst: Fortsetzungsgeschichten gehören bereits zum Standardprogramm der Grundschule. Die kann man zum Beispiel in der Partnerarbeit erzählen, vom Partner weiter erzählen lassen und so fort. „Kollege Heinz Klippert“ würde es bestimmt gut heißen, wenn Sie eine Methode wie das „Kugellager“ nutzen würden. So erzählt jeder seine Geschichte, hört eine andere und und und. Sie glauben gar nicht, wie groß die Bandbreite dessen wird, was anschließend alles noch näher zu besprechen ist…
  • Verfremdung Und wenn wir schon beim Freuen sind: Berthold Brechts „Spielregeln“ zum Epischen Theater haben bis heute ihren Reiz. Lassen Sie die wesentlichen Aussagen eines Songtextes durch Verfremdung besonders scharf hervortreten. Dazu können Sie munter die Szenerie wechseln durch Verlagerung in ein anderes Land, eine andere Zeit, einen anderen sozio-kulturellen Kontext u.v.m. Sie können auch Adressaten und Absender tauschen, indem Sie eine Antwort schreiben lassen. Die anschließenden Fragen was und warum sich etwas verändert hat, stellen sich von allein. Die notwendigen Antworten auf diese Fragen werfen ein neues Licht auf die Ausgangssituation.Klassisch: Lassen Sie Eric Claptons verstorbenen Sohn dem Vater eine Antwort auf „Tears In Heaven“ schreiben.
  • Rollenspiel Manchmal wird eine Textaussage erst dann wirklich deutlich, wenn man sie durch eine andere Darstellungsform ablöst. Das klassische Rollenspiel kann eine Möglichkeit dazu sein. Soweit Sie wollen, bringen Sie die Verfremdung mit ins Spiel: Formulieren Sie einen konkreten Auftrag, der die Rollen so verändert, dass eine andere Perspektive (und damit eine andere Sichtweise) erreicht wird.
  • Pantomime Der Songtext ist schon gesprochene bzw gesungene Sprache. Bei manchen Songs bzw. Themen ist es sinnvoller, einmal andere Ausdrucksformen als die Sprache einzusetzen. Probieren Sie es einmal mit der Pantomime. Die Reduzierung der Ausdrucksform erzeugt unter Umständen nicht nur ganz neue Sichtweisen, sondern betont auch bestimmte Aspekte viel stärker.
  • Collagen Nutzen Sie die Möglichkeit, andere Ausdurcksmittel als die Sprache einzusetzen. Ebenfalls klassisch, wenn es um Ablösung geht: Es lohnt sich, aus Zeitschriftenausrissen eine Collage zu erstellen. Jugendzeitschriften sollten allerdings tabu sein. Dort finden Sie zu viel Typisches aus dem Bereich Rock- und Pop, so dass die Kreativleistung Ihrer Schülerinnen und Schüler bzw. Arbeitsgruppe geschmälert würde.
  • Cover-Gestaltung Was liegt näher, als zu einem Songtext das passende Cover gestalten zu lassen? Doch d a s passende Cover gibt es nicht. Sie werden überrascht sein, wie vielfältig die angebotenen Plattencover sind. Die Vergleiche der Cover untereinander (Wandzeitung) machen auf viele kleine Details aufmerksam.
  • Power-Point-Präsentation Nahezu unendlichen Spielraum haben Sie, wenn Sie eine Power-Point-Präsentation anfertigen lassen, zu der später der Song abgespielt wird. Hier kann alles eingebracht werden, was die Kreativität hervorbringt: Zeichnungen, Collagen, Vorschläge für ein Plattencover, weitere Bilder als Impulse, kurze Textfragmente, Passagen aus anderen Texten und und und. Bitte beachten Sie: Die PPP sollte mehr sein als nur eine Illustration. Aber selbst die ist meistens schon sehr reizvoll.
  • Videoclip Nach wie vor beliebt sind bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen Videoclips. Hier könnten Elemente aus Rollenspielen und mehr einfließen. Prüfen Sie bitte genau, ob Aufwand und mögliches Ergebnis in einem sinnvollen Verhältnis zueinander stehen. Ihre Schülerinnen und Schüler bzw. Jugendlichen dürften durch den entsprechenden TV-Konsum ziemlich anspruchsvoll sein – und könnten später tieftraurig werden, wenn sie trotz allen Bemühens die Qualitätsstufe der TV-Vorbilder nicht erreichen!
  • Drehbuch Statt des selbst gedrehten Videoclips reicht auch ein detailliertes Drehbuch. Wird dies ausführlich genug angefertigt, vielleicht sogar mit ein paar Bildern und – per Rollenspiel – eingefügten Szenen vor dem Plenum visualisiert, erreichen Sie ähnlich viel wie mit einem Videoclip – nur die mögliche Enttäuschung minimieren Sie drastisch!
  • Schreiben Sie…den Musikern bzw. Interpreten. E-Mail-Adressen finden Sie auf den Homepages. Etliche Künstler, vor allem unter den christlichen Musikern, geben sich große Mühe, Anfragen zu beantworten. Allerdings sollten diese Anfragen und Mitteilungen eine Reaktion leicht machen. Bitte also möglichst in der Sprache des Interpreten schreiben (fächerübergreifendes Projekt!), möglichst nichts anfragen, was unter den „FAQs“ (Frequently Asked Questions) oder anderweitig auf der Homepage ohnehin schon beantwortet ist. Eine Garantie für eine Antwort gibt es allerdings nicht…
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