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U2 – Vertigo

Als U2 2004 ein neues Album auf den Markt brachten, war das gleich in mehrerer Hinsicht bemerkenswert: „How To Dismantle An Atomic Bomb“ war uns ist ein merkwürdiger Name für ein Rockalbum. Übersetzt heißt er „Wie man eine Atombombe entschärft“. Das Aufsehen erregende daran: Der CD-Titel war eine Reaktion auf einen Zeitungsartikel im „Guardian“. Dort hatte Bono einen Artikel über zwei Studenten gefunden, die sich über das Internet die Bauanleitung für eine Atombombe zusammensuchten. Für den Kopf der irischen Vorzeigerocker Grund genug, vor der Gefahr der Verbreitung derartiger Baupläne zu warnen. Und heute, mehr als zehn Jahre danach, ist fast täglich in den Medien zu erfahren, was passiert, wenn Waffen in die falschen Hände gelangen. Wobei man sich durchaus die Frage stellen darf, ob Waffen je in die richtigen Hände kommen. Denn letztlich sind sie immer dazu da, Menschen das Leben zu nehmen – egal, wer sie einsetzt. Und meistens ist das mit den Guten und Bösen schwieriger als man meint!

Eine zweite Hintergrundgeschichte: Ursprünglich hätte das Album bereits zum Weihnachtsfest 2003 erscheinen sollen. Aber die fertigen Songs hatten einfach kein Hitformat. „Wir hingen einfach rum und warteten darauf, dass Gott durch den Raum schreitet“, sagte The Edge später im Interview.
Auf die Idee zu „Vertigo“ kamen U2 angeblich in einer Bar. Bono erklärte: „Du hast einen Drink zu einem Preis, mit
dem du in einer Dritten-Welt-Bar den ganzen Laden kaufen könntest. Und während dich der Kapitalismus breit angrinst, kapierst du: Wir berauben uns selbst zu Tode. Und dann ist in der Mitte dieses Clubs dieses Mädchen mit einem Kreuz um den Hals. Und du starrst darauf, um selbst einen Halt zu finden!“
Ob Gott tatsächlich durch den Raum schritt? Zumindest bekamen U2 Besuch von Michael W. Smith, dem bekanntesten christlichen US-amerikanischen Musiker. Vielleicht brachte der ja Bono auf die Idee, ausgerechnet den Song „Vertigo“ mit einer merkwürdigen Zahlenfolge anzuzählen: Uno, dos, tres, catorce – auf Deutsch ein, zwei, drei, vierzehn. „Alkohol“, sagte der Star später als Erklärung. Aber zu diesem Zeitpunkt hatten fromme Christen längst entdeckt: Es handelt sich um den Verweis auf eine Bibelstelle. Und zwar im Alten, dem ersten Testament, dem zweiten Buch, darin dem dritten Kapitel und dort Vers 14. Darin heißt es: „Ich bin der Gott, der für euch da ist!“ Passt verdächtig gut zum letzten Song des Albums. Denn das trägt den Titel eines anderen alten Gottesnamen: Jahwe. Das aber heißt genau dasselbe: Ich bin der, der für euch da ist!
U2 aus ihrem 2004er Album „How To Dismantle An Atomic Bomb“: „Vertigo“.

 

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